© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 52/18 / 21. Dezember 2018

Eine gemischte Bilanz zur Bevölkerungsentwicklung
Verhaltensänderung junger Frauen
(ob)

Auf den ersten Blick hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in seiner jüngsten Bilanz zur demographischen Lage Deutschlands bekannte Trends bestätigt. Geburtenzahlen werden Sterbefälle nicht ausgleichen. Das Durchschnittsalter steige von einst 40,2 (1996) unaufhaltsam an, habe 44,3 Jahre (2016) erreicht und strebe gen 45,6 (2030). In der alten Bundesrepublik, im Südwesten, Süden und am Rhein, massiere sich das Gros der Ausländer, vor allem wegen der „Zuwanderung der Flüchtlinge“. Türken ohne deutsche Staatsangehörigkeit stellten mit 1,5 Millionen das größte ausländische, vorwiegend in Westdeutschland und Berlin residierende Kontingent. Gefolgt von der 790.000 Personen umfassenden, im Gegensatz zu den islamischen Türken aber ethnokulturell unproblematischen polnischen Volksgruppe. Kraß ins Auge springt die erfreuliche mitteldeutsche Homogenität, da Dresden 6,3, Frankfurt jedoch 28,2 Prozent Ausländer aufweist. Überraschend ist der Befund, daß gerade nicht „Zuwanderung“ der Treiber eines partiellen Geburtenanstiegs sei, sondern die Verhaltensänderung junger deutscher – nicht paßdeutscher – Frauen, der Kinder der „Babyboomer“-Jahrgänge von 1949 bis 1969, die sich nach dem historischen Tiefstwert von 1994 (1,24 Kinder) seitdem in steigenden Fruchtbarkeitsraten (aktuell 1,59) niederschlage. 


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