© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 52/18 / 21. Dezember 2018

Leserbriefe

Zum Schwerpunktthema: „Ich will so bleiben, wie ich bin“, JF 52/18

Die CDU wird sich schwertun

Auch wenn Merz oder Spahn gewonnen hätte, und wer immer nach Merkel Kanzler wird: Solange die CDU Koalitionen mit der AfD ablehnt, wird sie sich mit der SPD oder den Grünen ins Bett legen müssen. Von daher halte ich die Möglichkeit, AfD-Wähler zurückzugewinnen, für sehr begrenzt. Wo Bürgerliche für das Leistungsprinzip eintreten, wollen SPD und Grüne freie Stellen nicht nach Befähigung, sondern nach irgendwelchen Quoten besetzen. Wo ich an das freie Wort und die Freiheit des Individuums glaube, betrachten Linke die Demokratie als eine Art Erziehungsanstalt, wo eine aufgeklärte politische Klasse dem einfachen Volk mittels Ge- und Verboten den richtigen Weg weist. Die CDU wird sich schwertun, in einer Koalition mit linken Gesellschaftsingenieuren konservative oder freiheitliche Akzente zu setzen. In die Luft jagen kann sich die AfD nur selbst, wenn dort der rechte Narrensaum zu sehr an Einfluß gewinnt.

Stephan Zankl, München




Schizophrene Versammlung

„Dieser Partei ist nicht zu helfen!“ Die in Rohbohms Reportage („Hand in Hand ins Wunderland“) zitierte Satz ist die treffendste Feststellung nach dieser CDU-Wahl. Delegierte, die einer scheidenden Vorsitzenden, die als Bundeskanzlerin ohne Not, aber mit erschreckendem Unverstand, auf Basis von Indoktrination und Vertragsbruch politische Volten schlug, die unserer Folgegeneration Kosten von Hunderten von Milliarden aufgeladen, Europa bis zur offenen Feindseligkeit gespalten, ihr Land zur Nahkampfzone mit eingeschleppter Kriminalität und politischem Terror gemacht und mit alldem ihre Partei zu historischen Tiefstständen in der Wählergunst geführt hat, wenn so jemandem zum Abschied über neun Minuten lang Beifall gezollt wird, wird die Schizophrenie dieser Versammlung überdeutlich. Wenn sich eine Frauenunion zusammenkapselt, um sich auf den pubertär anmutenden Wunsch einzuschwören, daß es, allen anderen Zielen vorangestellt, wieder ein Frauchen sein muß, wenn im ersten Wahlgang eine deutliche Mehrheit gegen die vermuteten Intentionen dieser Wunschdame votiert, im zweiten aber dafür, dann kann man es demokratisch nennen, aber eben auch wiederum schizophren. Mit Friedrich Merz, wie immer sich sein Wirken gestaltet hätte, wäre vor allem der überwiegend ersehnte psychologische Ruck durch die Partei gegangen. Was hingegen AKK auch machen wird, der Hautgout merkelscher Politik wird, durch dessen noch monatelanges Herüberwehen aus dem Kanzleramt, ihr unauslöschlich anhaften.

Erich Drosen, Oberschleißheim






Zum Schwerpunktthema: „Ich will so bleiben, wie ich bin“, JF 51/18

Krampf-Karrenbauer

Nun hat also die Mini-Merkel, oder wie sie es lieber mag, AKK die Wahl gewonnen. Die CDU hat damit den großen Wurf verpaßt. Das Establishment der Partei kann nun weiterwursteln wie bisher. Für Deutschland wird sich nach den verpfuschten Merkel-Jahren nichts ändern. Jedenfalls nichts zum Besseren. Doch wenigstens die AfD kann sich freuen. Ihre Wähler kehren garantiert nicht zu der linkslastigen CDU zurück. Eher verliert die CDU noch mehr Wähler an die neue bürgerlich-rechte Partei. Zu der Wahl fällt mir der alte Werbespruch eines Schokoriegelherstellers ein. Aus Raider wird jetzt Twix – sonst ändert sich nix. Besser läßt sich das Ergebnis der Wahl nicht auf den Punkt bringen. Viel Glück Frau Twix, Entschuldigung natürlich Kramp-Karrenbauer.

Thomas Münch, München






Zum Schwerpunktthema: „Eine Debatte wider Willen“, JF 50/18

Drehbuch von Douglas Murray

Bundeskanzlerin Merkel wird nach ihrer in Marrakesch erfolgten Unterschrift bei der Verabschiedung des Migrationspaktes als eine Heldin gefeiert. Mit ihrer aus meiner Sicht aktiven Beihilfe zum Entstehen dieses unsäglichen Paktes wird Merkel in die Geschichte als die Haupttäterin für den – von Douglas Murray in seinem Beststeller beschriebenen – „Selbstmord Europas“ eingehen. Wenn Menschenrechte und staatsbürgerliche Grundrechte der angestammten Bevölkerung den Menschenrechten der Migranten gegenüber untergeordnet, nicht einmal im Pakt erwähnt werden und das Volk des aufnehmenden Landes nicht befragt wird, dann ist das ein gewichtiges Indiz für den befürchteten Selbstmord Europas. 

Ich habe die Hoffnung, daß die Rebellion der Gelbwesten in Frankreich, die bereits auf Belgien und Holland übergesprungen ist, sich auch in Deutschland ausbreiten möge. Dies würde ein spürbar-überzeugendes Signal an die deutsche Politik senden, wie man mit dem eigenen Volk nicht umgehen darf, wenn man die Eidesformel („dem Wohl des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden“) gewissenhaft beachtet. Im übrigen gebe ich dem klugen Roger Köppel recht: „Migration kann man gar nicht supranational steuern.“ Das eigene Volk hat bei Migration ein unverzichtbares Mitspracherecht!

Peter Jackl, Kirchhain




Weiblicher Zerstörer

Die Migration in der derzeitigen Form wird Europa zerstören. Das Medikament „Immer mehr“ wirkt durch Dosiserhöhung nicht, wie jeder sehen kann. Nur durch radikale Änderung des Denkansatzes ist eventuell Remedur zu erreichen: Rekolonisation. Wer nicht mitspielt, soll sehen, wo er bleibt und seine Leute behalten. Bereits Egon Bahr sprach 2013 vor Schülern in Heidelberg, daß es in der Politik nie um Demokratie oder Menschenrechte gehe, nur um Interessen. Und die vertritt Frau Merkel nicht ausreichend.

Dr. Udo Dietzmann, Mechernich




Obrigkeitshörige Westdeutsche

Ein Großteil der Bevölkerung ist leider durch die Staatsmedien ziemlich verblödet. Sie sind nicht willens oder in der Lage, den Arsch von der Couch zu erheben, sich eine gelbe Weste anzuziehen und für ihr Land auf die Straße zu gehen. Das Schicksal unserer Kinder und Enkel (der Hauptbetroffenen) scheint ihnen egal zu sein. Wir werden uns erst an die Tötung und Vergewaltigung von Frauen durch Migranten gewöhnen müssen. Dann werden wir unsere Art zu leben verlieren und dann unser Land. Wir (West-)Deutschen sind zu einer obrigkeitshörigen Bande degeneriert. 

Davon ausgenommen und mit meiner Hochachtung bedacht sind etliche Bürger im Osten. Sie versuchen wenigstens, ihre Rechte und unsere Demokratie zu verteidigen, indem sie auf die Straße gehen. Es gibt Zeiten, da macht man sich durch Schweigen zum Komplizen von Verbrechern. Da die Deutschen alles, was ihnen auferlegt wird, klaglos hinnehmen, kann man sich nur noch für dieses Land schämen.

Jürgen Herzog, Presseck






Zur Meldung: „Kritik an Anti-Rechts-Broschüre reißt nicht ab“, JF 50/18

Pustekuchen seit Thor Steinar

Es sei inakzeptabel, vom Äußeren des Kindes auf die politische Einstellung der Eltern zu schließen. „Wir leben in einem freien Land. Da kann es nicht sein, daß Erzieherinnen die politische Gesinnung von Eltern überprüfen und korrigieren sollen“, so der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Pustekuchen! Es wurden schon vor langer Zeit Schüler von ihren Lehrern gemaßregelt beziehungsweise vom Unterricht ausgeschlossen, weil sie Kleidung der Marke Thor Steinar trugen.

Eberhard Koenig, Baiern






Zu: „Achsenzeit des Denkens“ von Ludwig Witzani, JF 50/18

Autor oder Kritiker?

Leider wird immer häufiger auf die Verwendung des Konjunktivs im sprachlichen Ausdruck verzichtet. Das kann dazu führen, daß in Rezensionen das vom Autor Geschriebene und das vom Rezensenten Gemeinte nicht auseinanderzuhalten sind. Folgendes an der Rezension von Wolfram Eilenbergers „Zeit der Zauberer“ scheint mir eines Kommentars zu bedürfen. So hat sich Martin Heidegger selber immer wieder gegen die Bezeichnung als Existenzphilosoph verwahrt. Die Feststellung, Ernst Cassirer böte „nichts weiter als eskapistischen Trost“, läßt nicht erkennen, ob hier der Rezensent oder der Buchautor spricht. 

Dr. Robert Heiner, Oberasphe






Zu: „‘Reflexartig, wie Pawlowsche Hunde’“, im Gespräch mit Walter Krämer, JF 49/18

Barrikadenerprobtes Frankreich

Professor Krämer besticht hier durch seine so wohltuend unaufgeregten und vernünftigen Äußerungen. Manchmal denkt man ja schon, man sei der einzige Mensch, der auch so „tickt“! Es ist sehr erfreulich und erfrischend, Krämers sachliche, wissenschaftlich begründete und logisch argumentierende Worte – abseits von der üblichen, überall grassierenden Hysterie, Panikmache und pathologischen Erregung – zu lesen; das stärkt auch die eigene Meinung wieder und gibt neue Kraft und „Munition“, weiter gegen den ganz alltäglichen Wahnsinn der „Weltbeglücker“ anzugehen. Eine Mehrheit linksideologischer Politiker, Medien und weiterer Meinungsmacher (alle von wenig Sachkenntnis getrübt) wird natürlich weiterhin alles dafür tun, unsere Wirtschaft, unseren Wohlstand und unser tägliches Leben zu beeinträchtigen und weiter zu zerstören – in der festen Gewißheit, nur sie hätten die Weisheit gepachtet und nur ihnen gehöre die Welt. Um so wichtiger ist es, ab und an die (leider zu wenigen) zu Wort kommen zu lassen, die Tacheles reden, wissenschaftliche Argumente und Beweise vorbringen, Aberglauben, Unlogik und Unsinn entlarven und sine ira et studio Pro und Contra wieder ins rechte Maß rücken.  Nur leider entscheiden die „anderen“ – zu unseren Lasten und auf unser aller Kosten. Das nennt man Demokratie! Schade, daß die braven, untertänigen Deutschen nicht so barrikadenerprobt und -freudig sind wie die Franzosen!

Ute Vogt, Schossin






Zu: „Deutschland im Öko-Wahn“ von Michael Paulwitz, JF 49/18

Auch Pflanzenschutz befallen

Der Öko-Wahn beschränkt sich leider nicht nur auf die Industrie. Auch die Vorstellungen der Grünen im Bereich Landwirtschaft sind wenig durchdacht. Aufgrund meiner beruflichen Erfahrung (vierzig Jahre spezifischer Forschung) kann ich dies zumindest für den Pflanzenschutz einschätzen.

Die Grünen streben eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetisierte Pflanzenschutzmittel an. Pilze, Insekten und Unkräuter werden sich freuen. Trotz intensiver Forschung gibt es bisher kaum biologische Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz. Außerdem können diese in der Wirksamkeit meist nicht mithalten. Der chemische Pflanzenschutz garantiert uns dagegen sichere und hohe Erträge. Auch das Infektions-/Befallsniveau im Pflanzenbau hält er landesweit gering, was den Biobauern letztlich zugute kommt. 

Die Kartoffel war Mitte des 19. Jahrhunderts in Irland das Hauptnahrungsmittel. Als um 1850 der Krautfäulepilz aus Amerika eingeschleppt wurde, brach die Kartoffelproduktion in Irland zusammen und 1,2 Millionen Menschen verhungerten. Mit den heutigen chemischen Pilzbekämpfungsmitteln hätte diese Katastrophe vermieden werden können. Vor der Entwicklung der Insektizide wurden die Kartoffeln ganzer  Landstriche vom Kartoffelkäfer kahlgefressen. Drei Jahre ungestörter Vermehrung können ausreichen, daß die Nachkommen eines Kartoffelkäferpaares etwa fünf Hektar (sieben Fußballfelder) Kartoffelfläche vernichten. Stünden beispielsweise den Landwirten keine Herbizide zur Unkrautbekämpfung mehr zur Verfügung, würden die Kulturpflanzen trotz moderner Technik im Unkraut untergehen. Millionen Menschen müßten wieder mit  der Handhacke auf die Felder ziehen, um die Unkräuter zu entfernen. 

Feldhamster, viele Vögel und Insekten sind auf der Strecke geblieben, und manches Pflanzenschutzmittel ist bei übermäßiger Anwendung toxikologisch  bedenklich, dies ist wohl wahr. Billige Nahrungsmittel gibt es aber nicht ohne Pflanzenschutzmittel.

Dr. Karl-Albert Hahn, Tiefenort




Gefühle statt Tatsachen

Gesunder Menschenverstand ist in Deutschland wohl nicht mehr sehr verbreitet. Beispiel CO2-Manie: Wie erklären sich unsere grünen Gefühlsmenschen, daß es früher mit Eiszeiten und tropischen Wäldern in Deutschland und ausgetrockneten Meeren (heutige Salzlager) schon mal viel stärkere Klimaschwankungen gab als heute? Und das, obwohl es damals noch keinen und später nur wenige Menschen gab und erst recht keine „bösen“ Kohlekraftwerke, Autos und Flugzeuge. Entscheidend war und ist doch die durch die leicht taumelnde Erdachse, die Magnetfelder und die Sonnenzyklen schwankende Sonneneinstrahlung! 

Oder das Beispiel deutscher Atomausstieg: Auch hier wieder nur Gefühl. Tschernobyl und Fukushima sind zwei Unfälle, die aus technischen Gründen bei deutschen Kernkraftwerken nicht auftreten können. Harrisburg wäre auch  in Deutschland denkbar, würde aber hier wie dort, wieder aus technischen Gründen, ohne nennenswerte Freisetzung von Radioaktivität nach außen ablaufen. Mehr Kernschmelzen hat es seit Beginn der friedlichen Kernkraftnutzung vor rund 50 Jahren nicht gegeben. Und der Atommüll? Durch Transmutation kann man heute die Strahlungsdauer von ein paar hunderttausend Jahren für 80 Prozent der Menge auf einige Jahrzehnte und für den Rest auf maximal 300 Jahre verkürzen. Das geht mit schnellen Brütern, wie in Rußland praktiziert, oder mit Teilchenbeschleunigern. Warum bloß der Ausstieg? Selbst Rußland, Japan und die USA mit ihren genannten Unfällen steigen nicht aus dieser wertvollen Ener-giequelle aus.

Kord Schwarze, Hannover